Sind Gemüsechips gesund oder nicht?

Sind Gemüsechips gesund oder nicht?

Gemüsechips gibt es mittlerweile in jedem Supermarkt und werden häufig als die gesunde Alternative zu herkömmlichen Chips angepriesen. Doch was ist dran an den Versprechungen? Sind solche Gemüsechips gesund oder eher doch nicht?

Die Nachfrage nach gesunden Snacks ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Das wird besonders deutlich, wenn man sich den Trend der letzten zehn Jahre anschaut. So werden auch Gemüsechips immer beliebter. Doch sind solche Alternativen wirklich so gesund wie wir denken?

Gemüsechips aus dem Handel – Wie gesund sind sie?

Ob Chips aus Pastinaken, Roter Bete, Wirsing, Süßkartoffeln, Zucchini oder Möhren, das Angebot an Gemüsechips ist vielseitig. Es gibt sie einzeln oder als gemischte Tüte, mit verschiedenen Gewürzen und Kräutern verfeinert oder einfach natur. Doch eines haben alle industriell hergestellten Produkte gemeinsam und das ist der Kaloriengehalt.

Wieviele Kalorien haben Gemüsechips aus dem Supermarkt?

Gemüsechips liegen erstaunlicherweise im ählichen Kalorienbereich wie Kartoffelchips. Auch der Fettgehalt mit ca. 30 – 40 Gramm ist etwa gleich hoch. Denn industriell gefertigte Gemüsechips werden meistens in Öl frittiert oder gebacken.

Außerdem verursacht die Gewichtsreduktion durch das Trocknen einen höheren Durchschnittswert an Kohlenhydraten, Eiweiß und Ballaststoffen pro 100 Gramm. Wobei vor allem der hohe Gehalt an Zucker negativ auffällt. Zudem kommt häufig noch eine ordentliche Menge Salz.

Im Durchschnitt liegt der Salzgehalt bei rund 1,5 Gramm pro 100 Gramm [1]. Berücksichtigt man die von der WHO empfohlene Verzehrmenge von 5 Gramm pro Tag zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, können Gemüsechips schnell einen ordentlich Beitrag leisten. Letztlich empfehlen wir Produkte zu vergleichen und sich die Nährwerte genau anzuschauen.

Enthalten Gemüsechips auch Zusatzstoffe?

Zusatzstoffe, wie z.B. Aromen, kommen erfreulicherweise relativ selten vor [1]. Je nachdem bei welchen Temperaturen die Herstellung stattgefunden hat, kann jedoch der Vitamingehalt stark sinken. Außerdem kann sich unter Umständen ein bedenklicher Stoff entwickeln.

Denn zu hohen Temperaturen können auch bei Gemüsechips zur Entstehung von Acrylamid beitragen, wie das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung herausgefunden hat [1]. Die genauen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus sind laut dem Bundesamt für Verbrauchersicherheit und Lebensmittelsicherheit noch nicht abschließend geklärt. Jedoch gilt Acrylamid generell als unerwünschter Stoff in Lebensmitteln. Es macht daher durchaus Sinn, die Empfehlungen der offiziellen Ämter zu beherzigen [6].

Acrylamid kann jedoch vermieden werden, wenn beim Rösten, Frittieren oder generell beim Erhitzen von gefährdeten Lebensmitteln Temperaturgrenzen eingehalten werden [3][4].

Bei rohen, gekochten oder gedünsteten Lebensmitteln, wie z.B. Gemüse, konnte kein Acrylamid festgestellt werden, wie die Verbraucherzentrale mitteilt.

Leider ist es oft nicht klar, wie Gemüsechips genau von den Herstellern zubereitet wurden. Somit können z.B. Aussagen über eingesetzte Temperaturen nur schwer getroffen werden.

Wenn Sie daher mehr Kontrolle und Gewissheit über die Inhaltsstoffe haben möchten, können Sie auch ganz einfach Ihre eigenen Gemüsechips herstellen.

Die Alternative: Gemüsechips einfach selber machen

Das funktioniert ganz einfach im heimischen Backofen oder im Dörrauomtat. So können Sie selbst entscheiden, welche Zutaten genutzt werden sollen und welche nicht.

Bei den Gemüsesorten haben Sie die freie Wahl. Viele Sorten eignen sich prima zur Herstellung von Gemüsechips. So zum Beispiel Rote Beete, Pastinaken Chips oder Kürbis.

Mehr Details zu selbstgemachten Gemüsechips und leckere Rezepte finden Sie in unserem umfassenden Artikel: Gemüsechips selber machen.

Gemüsechips können ganz einfach mit einem Dörrautomat zubereitet werden.
Gemüsechips können ganz einfach mit einem Dörrautomat zubereitet werden.

Fazit

Bei genauem hinsehen konnten wir feststellen, dass die als gesund angepriesenen Gemüsechips häufig nicht halten was sie versprechen. Industriell gefertigte Produkte haben in der Regel einen hohen Fettgehalt und eine Gesamt – Kalorienmenge, die nicht zu unterschätzen ist. Zudem kommt eine nicht unbedeutende Menge Salz. Auch den natürlich hohen Zuckergehalten sollten Sie bedenken.

Chips aus Gemüse sind richtig zubereitet aber unserer Meinung nach nichts schlechtes. Mit wenig Fett und schonend getrocknet, wie z.B. mit einem Dörrautomaten, sind sie sicherlich auch eine gute Alternative zu Kartoffelchips oder anderem Salzgebäck.

 

Quelle:

  1. http://www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=2&ID=2541
  2. https://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/02_UnerwuenschteStoffeOrganismen/04_Acrylamid/01_WasIstAcrylamid/lm_WasIstAcrylamid_basepage.html
  3. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/acrylamid-problematischer-stoff-in-lebensmitteln-13879
  4. https://www.ugb.de/ernaehrungsberatung/wie-kann-man-acrylamid-beim-kochen-vermeiden/
  5. http://www.euro.who.int/de/health-topics/disease-prevention/nutrition/publications/2013/mapping-salt-reduction-initiatives-in-the-who-european-region
  6. https://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/02_UnerwuenschteStoffeOrganismen/04_Acrylamid/02_GesundheitsrisikoAcrylamid/lm_GesundheitsrisikoAcrylamid_node.html

 

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