Was kann man alles dörren? Kreative Ideen zum Selbermachen

Was kann man alles dörren? Kreative Ideen zum Selbermachen

Getrocknete Lebensmittel liegen im Trend, denn hier werden nicht nur leckere, sondern auch gesunde Snacks angeboten. Die Auswahl ist inzwischen enorm: Obst, Pilze, aber auch Fleisch und Fisch sind in den Supermärkten oder in diversen Online-Shops zu finden.
Oft enthalten die Fertigprodukte Zusatzstoffe und sind relativ teuer. Deshalb empfehlen wir grundsätzlich Lebensmittel einfach selbst zu dörren. In der Regel kann dazu der eigene Backofen in der heimischen Küche eingesetzt werden. Deutlich effizienter und schonender ist die Zubereitung in einem Dörrautomaten (Günstige Geräte gibt es z.B. von Klarstein).

Doch was kann man überhaupt alles dörren? Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Wie wäre es mit selbst hergestellten Apfel– oder Bananenchips? Grundsätzlich können sämtliche Obstsorten gedörrt werden. Mango, Aprikosen, Trauben – aber auch Datteln und Feigen sind möglich. Wer es gern süß mag, hat mit reifen Früchten und Beeren, z.B. Erdbeeren oder Himbeeren, eine große Auswahl. Das Dörrgut lässt sich auch hervorragend in Backwaren verarbeiten. Getrocknetes Obst ergänzt zusammen mit leckeren, getrockneten Walnüssen außerdem nahezu jedes Müsli.

Fruchtleder, die gesunde Gummibärchen-Alternative aus Frucht-Pürree, ist nicht nur ein leckerer Snack sondern auch ein schönes Mitbringsel für Ihre Lieben. Auch Kräuter und Nüsse (z.B. Kokosnuss) eignen sich zum Trocknen.

Ein gesunder Snack sind auch selbst hergestellte, fettarme Gemüsechips aus Zucchini, Süßkartoffel oder anderen Gemüsesorten.

Besonders beliebt ist auch selbstgemachtes Beef Jerky. Der Klassiker aus den USA lässt sich ganz einfach in einem Dörrgerät oder im Backofen herstellen. Dabei kann vorher auch die Marinade je nach Geschmack selbst zubereitet werden. Das ist nicht nur günstiger und gesünder, sondern auch viel leckerer als die gekaufte Variante.

Eine weitere Verwendungsmöglichkeit ist das Trocknen von Gemüse (z.B. Karotten, Sellerie, Lauch etc.) zur Herstellung von Gemüsebrühe. Nach dem Trocknen kann das Dörrgut (z.B. mit Hilfe einer Kaffeemühle) zu Pulver verarbeitet und je nach Lagerung über mehrere Monate aufbewahrt werden. Dabei kann jedes Gemüse beliebig kombiniert und mit selbst getrockneten Kräutern verfeinert werden, ganz nach dem eigenen Geschmack.

Aus getrockneten Pilzen lässt sich so ein Pilzpulver herstellen, das hervorragend als Würzmittel in der Küche verwendet werden kann.

Die kreativsten Ideen zum Thema Dörren haben wir hier für euch zusammengefasst.

Wenn Sie auf der Suche nach einem umfassenden Werk mit leckeren Rezepten zum Dörren und Trocknen sind, lohnt sich ein Blick in diese Rezeptsammlung.

Beef Jerky selber machen – Den proteinreichen Snack kinderleicht selbst herstellen im Backofen oder im Dörrautomat

Beef Jerky ist ein super leckerer Snack, nicht nur für Low-Carb-Fans und Outdoor-Sportler. Leider ist das getrocknete Rindfleisch nicht gerade preisgünstig (Für 100 g bezahlt man ca. 6 €). Außerdem enthält es oft Konservierungsstoffe. Die Marinade ist meist mit sehr viel Zucker oder Süßstoffen angereichert. Wir raten dazu, das Fleisch im Backofen oder im Dörrautomaten selbst zu trocknen.

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Beef Jerky

Doch welches Fleisch eignet sich für Beef Jerky? Klassisch wird natürlich Rindfleisch getrocknet. Wir empfehlen Fleisch mit einem geringem Fettanteil und kurzen Fasern zu verwenden, wie z.B. Filet. Rouladen-Fleisch aber auch Tafelspitz ist zum Dörren perfekt geeignet. Fett verkürzt die Haltbarkeit des Beef Jerky. Bitte achten Sie bei der Wahl des Fleisches auch auf Frische und eine sehr gute Qualität.

Denn beim Trocknen wird das Fleisch nicht hocherhitzt oder gegart. Es wird lediglich Wasser entzogen, um die Lebensmittel haltbar zu machen. Letztendlich handelt es sich bei getrockneten Lebensmitteln aber um rohe Lebensmittel. Deshalb ist, insbesondere bei Fleisch und Fisch, auf eine gute Qualität und ausreichend Hygiene bei der Zubereitung zu achten.

Das Fleisch vor der Zubereitung kurz abwaschen und trocken tupfen. Überschüssiges Fett und Bindegewebe sollten vor dem Trocknen entfernt werden. Schneiden Sie das Fleisch quer zur Faser in Streifen mit einer Dicke von ca. 0,5 cm.

Die Marinade lässt sich leicht aus Sojasoße, ggf. Zucker, Tomatenmark oder Ketchup, etwas Salz und Pfeffer und gepresstem Knoblauch herstellen. Wer mag kann auch getrocknete Zwiebeln in Pulverform dazugeben. Auch Worcestersoße ergänzt die Marinade hervorragend. Eine schärfere Variante erhält man durch Hinzufügen von Chili-Pulver.

Es reicht aus, die Rinderstreifen für ca. 3 Stunden zu marinieren. Anschließend das Fleisch nochmal trocken tupfen und bei 40°C-50°C für ca. 6-10 Stunden trocknen. Die Backofentür sollte stets ein Spalt breit geöffnet sein, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Bei Zubereitung im Dörrautomaten sind die Angaben des Herstellers zu beachten.

Die Dörrzeit hängt unmittelbar mit der Größe des Fleisches zusammen. Wir empfehlen deshalb, die Rinderstreifen maximal 4 cm breit und 0,5 cm dick zu schneiden. Das Beef Jerky ist fertig, wenn das Fleisch leicht zäh, aber nicht spröde ist. Wir wünschen viel Spaß beim Nachmachen!

Fruchtleder selber machen – Gesund naschen kann so einfach sein

Fruchtleder ist ein gesunder Snack aus pürierten Beeren und aufgrund der Konsistenz eine super Alternative zu Gummibärchen. Das Obst wird in einem Mixer püriert, anschließend auf Backpapier verteilt und im Backofen oder mithilfe des Dörrautomaten für ca. 8-12 Stunden getrocknet.

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Fruchtleder

Zur Herstellung eignen sich insbesondere süße Früchte mit hohem Reifegrad, wie z.B. Erdbeeren, Mango aber auch süße Äpfel und Bananen. Bei säuerlichem Obst kann mit ein wenig Honig oder Agavendicksaft nachgeholfen werden. Damit das Obst während der Trocknung nicht bräunlich wird, sollte man etwas Zitronensaft dazugeben.

Die Früchte können natürlich auch beliebig kombiniert oder verfeinert werden. Wie wäre es mit einem leckeren Erdbeer-Bananen-Snack? Oder Mango-Fruchtrollen mit Kokosraspeln?

Alle Zutaten (Obst, Zitronensaft, ggf. Gewürze, Honig oder gemahlene Nüsse) in einem Mixer zu einer homogenen Masse pürieren. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und das Püree darauf möglichst gleichmäßig verteilen. Je dicker das Püree, desto länger die Trocknungszeit. Wir empfehlen ca. 0,5 bis 1 cm, damit es nicht zu dünn und brüchig wird.

Bei Zubereitung im Dörrautomaten muss das Backpapier ggf. auf die Maße des Dörrautomaten angepasst werden. Sollen möglichst viele Vitamine und Nährstoffe erhalten bleiben, darf eine Dörrtemperatur von ca. 42°C nicht überschritten werden. Die Trocknungszeit beträgt dann etwa 7 bis 12 Stunden.

Wenn das Püree eine „lederartige“ Oberfläche hat und sich nicht mehr klebrig sondern trocken anfühlt, ist das Fruchtleder fertig. Es kann nun in Streifen geschnitten und gerollt werden. Die Haltbarkeit beträgt bei luftdichter und lichtundurchlässiger Aufbewahrung mehrere Wochen. Viel Spaß beim Naschen!

Kräuter trocknen – So leicht gelingen Kräutermischungen zum Verfeinern von Suppen, Salaten und Co.

Ob mediterran, orientalisch oder heimisch – Frische Kräuter sind aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken, denn sie verfeinern nahezu jedes Gericht. Leider sind nicht alle Kräuter ganzjährig frisch verfügbar oder müssen rasch aufgebraucht werden bevor sie verderben. Deshalb greifen wir zunehmend auf Tiefkühlware und getrocknete Kräuter zurück.

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Selbstgemachte Kräutermischung

Der Vorteil von getrockneten Kräutern ist, dass eine Lagerung im Kühlschrank oder in der Gefriertruhe in der Regel nicht notwendig ist. Sie können praktisch im Küchenschrank aufbewahrt werden und stehen beim Kochen sofort zur Verfügung.

Das Trocknen von Kräutern ist eine wunderbare Möglichkeit selbst angebaute Pflanzen haltbar zu machen. Hübsch verpackt eignen sie sich auch prima als Geschenk oder Mitbringsel.

Welche Kräuter eignen sich zum Trocknen?

Hier gibt es nur eine Antwort: Erlaubt ist alles was schmeckt und was der Garten hergibt. Petersilie, Oregano, Salbei oder Basilikum – alles ist möglich. Nach unseren Recherchen mussten wir feststellen, dass einige Sorten jedoch an Geschmack einbüßen und deshalb nicht empfohlen werden. Das gilt insbesondere für Estragon, Sauerampfer und Kapuzinerkresse. Rosmarin kann aufgrund des enthaltenen Öls ranzig werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Kräutermischungen, z.B. mediterran aus getrocknetem Oregano, Basilikum, Dill und Petersilie, verfeinert mit getrockneter Zwiebel, Karotte und Tomate. Wir empfehlen diese Mischung zu selbst gemachtem griechischem Salat oder gebackenem Feta.

Grundsätzlich können sämtliche Sorten kombiniert und je nach Geschmack gewürzt (z.B. mit Salz oder getrockneter Chili) oder mit gedörrtem Gemüse verfeinert werden.

Dazu das Gemüse vorbereiten (waschen, trocken tupfen), in dünne Ringe oder Scheiben schneiden und auf einem mit Backpapier belegtem Backblech oder auf den Etagen eines Dörrautomaten verteilen. Die Kräuter waschen, trocken tupfen und klein zupfen oder hacken. Bei Trocknung im Dörrautomaten muss ggf. ebenfalls Backpapier verwendet werden, damit die Kräuter nicht durch die grobmaschigen Gitter fallen.

Im Dörrgerät sollte das Gemüse in der Nähe des Ventilators platziert werden. Die meisten Dörrautomaten sind mit einer horizontalen Belüftung ausgestattet, die Luft strömt in der Regel von unten nach oben. (Ein Vergleich der besten Dörrautomaten 2018 finden Sie hier)

Das Gemüse sollte in diesem Fall auf den unteren Etagen, Kräuter weiter oben verteilt werden. Die Trocknungszeit variiert, es sind Angaben des Herstellers zu beachten. Dörrzeiten von 6 bis 12 Stunden sind durchaus üblich. Es ist möglich, dass die Kräuter noch vor dem Gemüse trocken sind, man kann sie in diesem Fall schon früher entnehmen.

Bei Trocknung im Backofen kann mit ähnlichen Dörrzeiten gerechnet werden. Die Backofentür sollte bei de Trocknung stets ein Spalt breit geöffnet sein.

Abschließend die Kräuter- bzw. Kräuter-Gemüse-Mischung mit einer Küchenmaschine grob hacken. Es ist möglich, dass das Gemüse nach dem zerkleinern für weitere zwei Stunden trocknen muss. Die Mischung in einem verschließbaren, lichtundurchlässigen Behälter über mehrere Wochen aufbewahren.

Gemüsebrühe selber machen – Gemüsepulver ohne Konservierungsstoffe und Zucker

Gemüsebrühe, Zwiebeln
Selbstgemachte Gemüsebrühe aus dem Dörrautomat

Gemüsebrühe ist ein echter Alleskönner: Ob flüssig, pulverisiert oder in Form eines Brühwürfels – das aromatische „Kraftpaket“ verfeinert unsere Soßen, Suppen oder Salate und verleiht den Gerichten eine einzigartige, würzige Note. Leider sind gekaufte Produkte oft mit einer unendlich langen Liste an Konservierungsstoffen versehen.

Außerdem enthalten sie meistens eine Zuckerart und extrem viel Salz. Dabei ist es so einfach Gemüsebrühe in Pulverform selbst herzustellen. Dazu benötigen wir nichts weiter als einen Backofen bzw. einen Dörrautomaten, eine Mühle (z.B. eine Kaffeemühle) und unser Lieblingsgemüse.

Zur Herstellung des Gemüsepulvers kann nahezu jedes Gemüse genutzt werden, ganz nach den eigenen Vorlieben. Besonders aromatisch schmecken Zwiebel, Paprika und Sellerie. Auch Karotten und Pfifferlinge sind eine prima Ergänzung. Das Selleriegrün kann ebenfalls verwendet werden. Wir empfehlen das Pulver mit selbst getrockneten Kräutern zu verfeinern (z.B. Petersilie).

Dazu das Gemüse waschen, trocken tupfen und in dünne Scheiben (max. 0,5 cm) oder Ringe schneiden. Das Gemüse im Backofen oder auf den Etagen eines Dörrautomaten verteilen. Die durchschnittliche Dörrzeit beträgt 8 – 16 Stunden, je nachdem welches Gemüse Sie letztendlich verwenden. Wird eine Dörrtemperatur von 42°C nicht überschritten, bleiben Vitamine und Nährstoffe weitestgehend erhalten. Das Gemüse ist fertig, wenn beim Schneiden keine nassen Stellen mehr auftreten.

Das Dörrgut wird nun grob zerkleinert (z.B. mit einer Küchenmaschine oder von Hand). Wird das Gemüse „klumpig“ muss es nachtrocknen (etwa 1 bis 2 Stunden). Anschließend alles in einer Mühle zu Pulver verarbeiten. Wer mag kann das Pulver noch mit Salz, Pfeffer oder Chili würzen.

Die Gemüsebrühe eignet sich sehr gut zum Verfeinern von Suppen. In Kombination mit Essig, Öl oder Joghurt lassen sich leckere Salatsoßen zaubern, ganz ohne Konservierungsstoffe und Zuckerzusätze. Wird das Pulver in Wasser aufgelöst, erhält man einen kräftigen Gemüsefond.

In einem luftdichten, lichtundurchlässigen Gefäß sollte die Gemüsebrühe mehrere Wochen haltbar sein. Wir wünschen wieder viel Spaß beim Nachmachen.

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